Mit Grazie und Sonnenschein

Strahlendes Wetter verwöhnte das Frühlingsfest im Diakoniewerk Elisabethhaus. Im Schatten von Parkbäumen, Sonnenschirmen und Wohngebäude genossen zahlreiche Bewohner die Fürsorge durch sozialen Betreuungsdienst, Küchenteam und Mitarbeitende am außergewöhnlich festlichen Nachmittag mit einer anmutigen Zeitreise ins Rokoko. Erstmals trat die Barocktanzgruppe „Rigaudanse“ für die Bewohner auf. Graziös schritten vier Tanzpaare in höfischer Festkleidung durch die Reihen, grüßten hier, winkten dort und zeigten dann ihre schönsten Barocktänze – beginnend mit einer feierlichen „Figaro Anglaise de Vivaldi“ zur Musik von Vivaldis „Vier Jahreszeiten“. Besonders schön anzusehen waren auch der „Duke of Kent’s Waltz“, der Schwingwalzer „La lyre“ oder ein etwas späterer Tanz zur „Fledermaus“-Musik, der auch auf dem Wiener Opernball getanzt wird. Gerne erklärte die Gruppe die Eigenarten der verschiedenen Hof- und Gesellschaftstänze, der angesagten Figuren und Formationen. Auch die Mode aus der Barockzeit wurde detailreich unter die Lupe genommen. So erfuhren die Zuschauer etwa, dass die Herren damals ihre Hüte unter dem Arm trugen, um ihre kostbaren Perücken zu zeigen und zu schonen. Die Zuschauer zeigten sich begeistert vom Augen- und Ohrenschmaus und spendeten herzlichen Applaus. Zur frohen Stimmung im weiten Rund trugen auch köstliche frische Waffeln mit Kirschen und Sahnehäubchen bei, erfrischende Getränke und das heitere Miteinander in sonniger Atmosphäre. Die Barocktanzgruppe „Rigaudanse“ gibt es seit fünf Jahren. Wöchentlich treffen sich die Mitglieder in Oberursel zum Einstudieren von Tänzen vor allem aus dem 18. Jahrhundert. Die Gruppe entstand aus der Leidenschaft für die Musik, den Tanz und die Kleidung aus der Zeit des Rokokos. Die Kostüme sind so originalgetreu wie möglich selbst geschneidert. Heute gibt es eine regelrechte Barockszene mit Tanzbällen, erfuhr das Publikum, bei denen die Tänze von Tanzmeistern angesagt und oft von Musikern begleitet werden. Die Gruppe „Rigaudanse besucht auch Barockfeste, veranstaltet ein eigenes Tanzfest in barocker Gewandung und unternimmt Picknicks und Ausflüge zu Schlössern, um Zeitreisen ins 18. Jahrhundert mit zeitgenössischen Tänzen, Spielen und Speisen zu erleben. Wie die Barocktanzgruppe „Rigaudanse“ vom Oberurseler Mittelalterverein Ursellis Historica zu ihrem Namen kam: Der Rigaudon ist ein altfranzösischer Hof- und Gesellschaftstanz, der Ende des 17. Jahrhunderts aus Volkstänzen der Provence und des Languedoc hervorging und auch Eingang in Ballett, Oper und die instrumentale Suite fand. Zwischenzeitlich kam der Tanz aus der Mode, seit Ende der 1960er wird er wiederbelebt. (pm)